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Ecstasy: Das sind die Pillenwarnungen für “Bentley”, “Lego” und andere

Auf Festivals werden Drogen genommen, das ist Fakt. Fakt ist auch, dass bisweilen Menschen dabei sterben. 2016 erwischte es sechs Festivalbesucher in Großbritannien – so viel wie noch nie. Dass gehandelt werden musste, hatte die britische Polizei bereits im selben Jahr erkannt und deshalb die Non-Profit Organisation The Loop unterstützt. Die bot vor zwei Jahren in einem Pilotprojekt erstmals Drug-Checking auf einem Festival an. Forscher und Forscherinnen der Durham University haben das Programm begleitet und nun ihre Studie veröffentlicht – mit interessantem Ergebnis. Drug-Checking kann Leben retten, denn: Jede fünfte abgegebene Probe enthielt nicht die Substanz, die die Konsumierenden geglaubt hatten, gekauft zu haben. Hätten sie die Pulver oder Pillen unwissend konsumiert, hätten sie das Risiko nicht im Ansatz einschätzen können.

Während des Pilotprojekts wurden auf einem viertägigen Festival im Juli 2016 fast 250 Drogen zur Analyse abgegeben. Konsumierende, die das Angebot nutzten, wurden anschließend über die Risiken aufgeklärt, mit weitreichenden Folgen: Einer von fünf Teilnehmenden ließ seine Drogen durch The Loop entsorgen. Mittlerweile baut The Loop jedes Jahr sein Labor auf mehreren britischen Festivals auf. Leider sind wir in Deutschland noch nicht so weit, Drug-Checking ist hier illegal – egal ob in der Stadt oder auf einem Festival. Darum müssen wir uns auf die Ergebnisse unserer Nachbarländer verlassen, die wir jede Woche veröffentlichen – auch die von The Loop. Außerdem vom niederländischen Trimbos Institut, Eurotox in Belgien, “Checkit!” von der Suchthilfe Wien, Drogenarbeit Z6 in Innsbruck, Energy Control in Spanien, dem Drogeninformationszentrum der Stadt Zürich (DIZ) und der Drogeninfo Bern Plus (DIB).

Die folgenden Pillenwarnungen wurden in den letzten sieben Tagen veröffentlicht. Alle Warnungen seit Mai dieses Jahres – einschließlich der neuen – haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Jede Pille ist entweder hoch oder extrem hoch dosiert, oder sie enthält gar kein oder nicht nur MDMA. Wenn eine Pille nicht gelistet ist, heißt das nicht, dass sie rein und niedrig dosiert ist. Der Artikel enthält zudem eine Reihe sogenannter Safer-Use-Regeln, um unnötige Risiken und mögliche Schäden durch Ecstasy-Konsum zu reduzieren. Wir erklären dort auch, warum wir überhaupt Pillenwarnungen veröffentlichen.

Die Seite pillen.sauberdrauf.com der bayerischen Drogenberatungsstelle mindzone und das Drug-Checking-Tool von saferparty.ch listen viele weitere und ältere Pillentests. Saferparty veröffentlicht im Laufe des Wochenendes regelmäßig zusätzlich neue Warnungen und Meldungen.

Pillenwarnung für das dritte Dezember-Wochenende

Orangefarbene “Bentley”

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Das “NL” auf der Rückseite dieser Pille lässt auf die Produktion in den Niederlanden schließen. Getestet wurde sie jedoch in Zürich. Dort erreichte eine solche Pille mit “Duracell”-Logo, “MDMA Power”- und “LAST LONGER”-Aufschrift eine extrem hohe Dosis von 224 Milligramm MDMA. Eine solche Pille in Blau enthielt im Oktober in Österreich 138 Milligramm MDMA.

Und wenn du oder deine Freunde schon einmal ambulant behandelt werden mussten, nachdem ihr Drogen genommen hattet, und du mit VICE über diese Erfahrung sprechen möchtest, erreichst du unseren Redakteur Thomas Vorreyer per E-Mail oder Twitter-DM.

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